EMAIL Drucken

Kulturkalender

Wann:
03.11.2018 19.00 Uhr
Wo:
Residenz Rüppurr - Joseph-Keilberth-Saal -
Kategorie:
Der Kulturkalender in der Residenz Rüppurr

5. Sinfonietta 2018 – Junge Philharmonie Karlsruhe

Philharmonie

Das Programm der 5. Sinfonietta der Jungen Philharmonie Karlsruhe versucht den Spagat, vier in Besetzung, Epoche, Gattung und Stil höchst unterschiedliche Werke zu einem in sich stimmigen und überzeugenden Konzert zusammenzufügen. Bewusst liegt dabei der Fokus auch auf Komponisten, deren Namen eher (zu) selten in Programmheften zu lesen sind, deren Musik aber mit ihrer Lebendigkeit und Frische überzeugt.

Eröffnen wird Le Roi s'amuse (1882) von Leo Delibes, eine Musik zum gleichnamigen Theaterstück von Victor Hugo. Sechs Tänze "im alten Stil" zitieren galant die Renaissance, atmen dabei aber unverkennbar den Charme französischer Ballettmusik des 19. Jahrhunderts.

Es folgt die Serenade für Streicher Es-Dur op. 6 (1892) von Josef Suk, der sich in den vier Sätzen dieses erstaunlichen Jugendwerks nicht nur als kongenialer Erfinder ohrwurmverdächtiger Melodien zeigt, sondern auch als handwerklich außerordentlich firmer Komponist, der bruchlos das Idiom seiner böhmischen Heimat zu einer ganz eigenen Tonsprache weiterzuentwickeln beginnt – ein Paradestück für jedes Streichorchester.

Nach der Pause setzt sich der Dirigent dann an den Flügel und musiziert mit vier Bläsern des Orchesters das Quintett Es-Dur für Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Klavier KV 452 (1784) von Wolfgang Amadeus Mozart, welches der Komponist als "das beste, was ich noch in meinem Leben geschrieben habe" bezeichnete. Dieses im besten Sinne unaufgeregte und ausgewogene Stück bildet den Ruhepol des Konzerts.

Es ist die Atempause vor dem furiosen Finale: in nur knapp 14 Minuten packt Albert Roussel die drei Sätze seines Concert pour petit orchestre op. 34 (1927). Was als "Konzert für Orchester" – analog zum späteren und berühmteren Werk seines Kollegen Bartók – wie ein Widerspruch in sich klingt, erschließt sich beim Hören: in dieser ungemein virtuosen und pfiffig instrumentierten Partitur wetteifert wirklich ein Ensemble aus Solisten. Die Musik erinnert in ihrer ungebremsten Spielfreude, Ironie (am Ende schwankt noch wie betrunken ein Walzer hinein, der gleich wieder untergeht) und Lust am Klang an die Musik der fransösichen Komponistengruppe Groupe des Six. Hiermit ist der Bogen über alle Epochen von der Renaissance bis zur Moderne geschlagen und geographisch schließt sich der Kreis rund um Deutschland: Nach Ausflügen in Richtung Tschechien und Österreich sind wir wieder in Frankreich angelangt – wahrscheinlich ohne es zu bemerken und hoffentlich um eine Reihe außergewöhnlicher Höreindrücke reicher.

Leitung: Tobias Drewelius

Der Eintritt ist frei. Spenden sind erwünscht.

Ort
Residenz Rüppurr - Joseph-Keilberth-Saal